Paddocktrail - die artgerechte Pferdehaltung der Zukunft

Pferde sind:
  • Herden- und Lauftiere
  • Dauerfresser mit kleinem Magen und langem Darm

Darum Paddocktrail: Die Pferde stehen nicht auf Weiden und Paddocks oder Ställen, sondern leben und wandern permanent auf möglichst langen und abwechslungreichen Laufwegen. So entstehen zwischen Futterplätzen, Wasserstellen, Unterstehgelegenheiten etc. grosse Distanzen . Sie sind also gezwungen zu laufen! - So wie es die Natur vorgesehen hat!

Sie danken es mit besserer Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Ausgeglichenheit.


Die älteren Jahrgänge unter uns erinnern sich noch an bunte landwirtschaftliche Grünflächen. Heute haben wir uns daran gewöhnt, dass diese maximal in einem einheitlichen Gelb erblühen. Sogar in bergigen Gebieten findet man kaum mehr Blumenwiesen, wo man einen bunten Strauss pflücken könnte! Angesagt sind heute wenige hochgezüchtete Gräser für effiziente Milch- und Fleischproduktion. Paddocktrail Diese Zuchtgräser sollen möglichst nässeresistent, trockenheitsresistent, trittresistent, schnellwüchsig und ertragreich sein – und sind es! Allen voran die Weidelgräser. Sie verbreiten sich über die angesäten Flächen hinaus und verdrängen die ursprüngliche Vegetation erfolgreich. Unsere Pferde haben einen komplett anderen Nahrungsbedarf als Hochleistungsmilchkühe und -Mastrinder! Sie müssen nicht Milch in Massen produzieren und auch nicht schnell und viel Fleisch ansetzen. Hingegen sollten sie unbedingt ein höheres Alter erreichen, als es von Milchkühen erwartet wird (durchschnittliches Abgangsalter 5,4 Jahre, natürliche Lebenserwartung gegen 20 Jahre!).
Weiden für Pferde sollten mager und vorallem vielfältig sein! Wo sind diese Weiden? Ich sehe sie nirgends! Sie sind verschwunden. Heute haben wir keine Wiesen mehr, sondern Grasäcker!
Parallel zu dieser Entwicklung hat sich noch etwas anderes verändert: über die letzten zwei Jahrzehnte mehrten sich die gesundheitlichen Probleme der Pferde deutlich! Heute weiss man, dass vieles davon in direktem Zusammenhang steht mit der veränderten Qualität des natürlichen Grundfutters, nämlich dem Gras. Selbstverständlich hat sich im selben Zuge parallel dazu die Heuqualität für unsere Pferde entsprechend negativ verändert. Nur sind bei reiner Heufütterung die Konsequenzen deutlich weniger fatal. Bei Weidegras kommt noch der Jahres- und Tageszeit- abhängige Fruktangehalt dazu,(z.T.angezüchtete) Endophyten, welche das Gras besiedeln (Giftstoffe zu dessen Schutz) und noch anderes mehr.
Fazit: Nehmt Eure Pferde von den Weiden! - Aha, aber laufen sollen sie! Zu ihrer Gesunderhaltung!
Die Wildpferde in Nevada haben – wie auch unsere in Gefangenschaft lebenden Pferde – keine natürlichen Feinde, sodass eine natürliche Zuchtauswahl stattfinden könnte. Meint: es würden die gesunden und starken überleben, die schwachen und kranken ausscheiden. Nein, sie vermehren sich wie Karnickel und die Überzahl muss von Menschen eingefangen und (wie auch immer…) verwendet werden. Paddocktrail Trotzdem strotzen jene Pferde vor Gesundheit im Vergleich zu einer steigenden Anzahl unserer in Gefangenschaft gehaltenen Pferde! Wildpferde laufen ca. 20-30 km pro Tag, und zwar über den Tag verteilt. Ausserdem ist die Grundfarbe ihres Lebensraumes nicht saftig grün, sondern eher braun. Pferde sind Steppentiere! Sie sind Lauftiere, welche zu ihrer Gesunderhaltung auf Bewegung und Futteraufnahme über 24 h verteilt angewiesen sind! 16-18 h Fressen, 20-30 km laufen, schlafen in mehreren Etappen und auch am Tag.
Aus diesen Erkenntnissen entwickelte sich das neue Haltungssystem, das sich „Paddock Paradise“ oder „Paddocktrail“ nennt.
Ich selbst hatte diese Einsicht vor ca. 10 Jahren. Ich liebe die Pferde sehr und sehe auch, dass sie nirgends so glücklich sind wie auf Weiden. Darum hat es dann nochmals 2 Jahre gedauert bis ich das Projekt umsetzte und aus meiner Offenfreilaufstallhaltung mit 24 h Weidezugang ein PaddockParadise wurde. Unkonsequenterweise „geniessen“ sie (für ihre Seele….) trotzdem Weidezugang, aber in sehr vorsichtig und gewissenhaft dem zu erwartenden Fruktangehalt angepasster Dosierung. Ich konnte per sofort beobachten, dass sie auf diesen Laufwegen deutlich grössere Strecken zurücklegen als auf offenen Flächen.
Diese Haltungsform hat der amerikanische Barhufpionier und ehemalige Hufschmied Jaime Jackson ins Leben gerufen. Er hat über Jahre die Pferde in Nevada wissenschaftlich beobachtet und festgestellt, dass diese nicht kreuz und quer durch die Landschaft spazieren sondern sich auf immer denselben Pfaden bewegen……und dass sie Hufe haben, welche sich in ihrer Gebrauchstüchtigkeit ganz wesentlich von denen in Gefangenschaft gehaltener Pferde unterscheiden! Das Haltungssystem ist ein Versuch, die Lebensverhältnisse ausserordentlich gesunder Pferde nachzuahmen.
Paddocktrail